22.-24. Februar: Tage argentinischer Literatur im Literaturhaus

Liebe Besucherinnen und Besucher des Literaturhauses,

am letzten Februarwochenende dreht sich bei uns alles um Argentinien: Während dreier Tage werden einige der wichtigsten zeitgenössischen Autorinnen und Autoren des Landes wie Alan Pauls, Beatriz Sarlo, Samanta Schweblin, Martín Caparrós u.v.a. bei uns lesen, diskutieren, erzählen. Die Veranstaltungen können einzeln gebucht werden - oder aber Sie sichern sich gleich ein Kombiticket für alle Tage!

 

Freitag 22. Februar, 20:00 Uhr
Argentinische Geschichte im Spiegel der Literatur: Alan Pauls

Alan Pauls ist eine der wichtigsten Stimmen in der zeitgenössischen argentinischen Literatur. Er hat Literatur gelehrt und als Redakteur bei einer Tageszeitung gearbeitet, ist Autor von Drehbüchern, Filmkritiken, Essays und Romanen, sowie Übersetzer. Seine argentinische Trilogie («Geschichte der Tränen», «Geschichte der Haare», «Geschichte des Geldes») ist auf Deutsch bei Klett-Cotta erschienen und entwirft ein vielschichtiges Bild der Jahre der Militärdiktatur. 

 


Samstag 23. Februar, 11:00 Uhr
Verlegen als Politik und Kunst: Workshop und Lesung mit Washington Cucurto

Washington Cucurto ist Dichter, Verleger und Maler. Seit 2004 veröffentlicht sein Verlag «Eloísa Cartonera» zeitgenössische und avantgardistische lateinamerikanische Literatur. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind ehemalige Cartoneros (Kartonsammler) und Arbeitslose, jedes Buch ist ein Unikat. In diesem Workshop erzählen Cucurto und die Verlagsmitarbeiterin María Gomez von «Eloísa Cartonera», und die Teilnehmenden gestalten je einen Buchumschlag.

 


Samstag 23. Februar, 13:30 Uhr
Von Chinesen auf Fahrrädern und deutschen Grossvätern: Ariel Magnus und Silke Kleemann

Ariel Magnus lebt als vielfach ausgezeichneter Autor und Übersetzer in Buenos Aires. In seinem neuesten Roman «Die Schachspieler von Buenos Aires» greift er die Geschichte seines deutschen Grossvaters auf, der in den 1930er Jahren nach Argentinien ausgewandert ist. Silke Kleemann hat für ihre Übersetzung der Werke von Ariel Magnus den Bayrischen Kunstförderpreis erhalten. Die beiden lesen auf Spanisch und Deutsch Auszüge aus dem Roman und unterhalten sich über die vielfältigen Aspekte dieses Textes.

 


Samstag 23. Februar, 15:30 Uhr
Bühne frei für Übersetzung und Klang: Mateo Cardona, Ariel Dilon, Camila Fadda Gacitúa, Iván García López, Eleonora González Capria und Anna Trauffer

Bei dieser szenischen Lesung steht die Übersetzung im Mittelpunkt. Ariel Dilon, Eleonora González Capria, Mateo Cardona, Iván García López und Camila Fadda Gacitúa kommen aus Argentinien, Kolumbien, Mexiko und Chile und sind im Februar im Übersetzerhaus Looren zu Gast. Begleitet von den Klängen der Musikerin Anna Trauffer präsentieren sie Auszüge aus ihren aktuellen Übersetzungsprojekten: von Henri Roorda, Leta Semadeni, Katherine Mansfield und Blaise Cendrars bis zu schamanischen Gesängen. 

 


Samstag 23. Februar, 17:30 Uhr
Zwischen Buenos Aires und Berlin: María Cecilia Barbetta und Samanta Schweblin

Sie leben beide seit vielen Jahren in Berlin - und sie zählen zu den interessantesten Stimmen der argentinischen Gegenwartsliteratur: María Cecilia Barbetta war mit ihrem zweiten Roman «Nachtleuchten» nominiert für den Deutschen Buchpreis 2018. Samanta Schweblin hat vielfach ausgezeichnete Kurzgeschichten und Romane veröffentlicht, ihr Debütroman «Das Gift» wurde in über 20 Sprachen übersetzt. Die beiden Autorinnen unterhalten sich über das Leben mit zwei Sprachen und die vielfältigen Verbindungen zwischen Argentinien und Berlin.

 


Samstag 23. Februar, 20:00 Uhr
Die Wirklichkeit schreibt die besten Geschichten: Leila Guerriero und Sacha Batthyany

Leila Guerriero ist die vielleicht angesehenste Journalistin Lateinamerikas, ihre Reportagen zeichnen sich durch gründliche Recherche und eine hohe literarische Qualität aus. Sacha Batthyany war u.a. Korrespondent für den «Tages-Anzeiger» in Washington, seit Anfang 2018 ist er in der Redaktion der «NZZ am Sonntag» tätig. In seinem fulminanten Buch «Und was hat das mit mir zu tun?» reiste Batthyany auf den Spuren seiner Familie u.a. bis nach Argentinien. Die beiden treffen sich zum Gespräch über die literarische Erforschung der Wirklichkeit und die Suche nach Geschichten.

 


Samstag 23. Februar, 22:00 Uhr
Noticias de pintores: Late Night mit María Luque und Sabina Leone

María Luque ist eine Illustratorin und Comic-Autorin aus Rosario. In ihrem aktuellen Buch «Noticias de pintores» widmet sie sich der Welt der bildenden Künstler. In rund 80 Miniaturen schafft sie es, Künstler von Leonardo da Vinci über Natalia Goncharova bis hin zu Niki de Saint Phalle in wenigen, lediglich in Rot und Blau gehaltenen Zügen auf treffende Weise zu charakterisieren. Vertont werden die Zeichnungen in der Krpyta des Cabaret Voltaire von der Zürcher Sängerin und Perkussionistin Sabina Leone.

 


Sonntag 24. Februar, 11:00 Uhr
Eine Gesellschaft im Aufbruch: Selva Almada und Claudia Piñeiro

Claudia Piñeiro ist eine der populärsten Autorinnen Argentiniens. In ihren Kriminalromanen geht sie immer wieder auf aktuelle politische und gesellschaftliche Brennpunkte ein, und sie ist sehr aktiv in der Frauenbewegung. Auch Selva Almada ist eine gesellschaftlich engagierte Autorin: 2014 veröffentlichte sie den Dokumentarroman «Chicas muertas» über drei Mädchenmorde in der argentinischen Provinz in den 1980er Jahren. Ihr Roman «Sengender Wind» ist ein bildlich prägnantes, eindringliches Kammerspiel zwischen vier Personen in der argentinischen Wüste.

 


Sonntag 24. Februar, 14:00 Uhr
Vom Erzählen in Worten und Bildern: Selva Almada, María Luque, Alan Pauls

In Argentinien gibt es seit den Anfängen des Kinos eine enge Beziehung zwischen Literatur und Film, die auch das Schaffen von Alan Pauls und Selva Almada charakterisiert. Zudem gibt es einen fruchtbaren Austausch zwischen Literatur und Comics, wofür die hochliterarischen Graphic Novels María Luques beredtes Zeugnis ablegen. Im Gespräch miteinander wird auf die argentinischen Eigenheiten und Traditionen eines Erzählens in Worten und Bildern eingegangen.

 


Sonntag 24. Februar, 16:00 Uhr
Traditionen und neue Wege in der argentinischen Literatur: Martín Caparrós und Beatriz Sarlo

Sie gehören zu den herausragenden intellektuellen Stimmen Lateinamerikas: Martín Caparrós ist einer der bekanntesten Autoren und Journalisten des Landes, für die Grossreportage «Der Hunger» hat er fünf Jahre lang die Welt bereist. Die Journalistin, Schriftstellerin, Literaturkritikerin und Essayistin Beatriz Sarlo hat Generationen von Lesenden geprägt. Wir sprechen mit ihnen über das je eigene Schreiben, vor allem aber auch über ihren Blick auf die aktuelle Lage der argentinischen Literatur: Welche Traditionen prägen sie, wo geht sie neue Wege?

 


Ausserdem: Als Abschluss der «Tage argentinischer Literatur» zeigen wir am 24. März zusammen mit dem Kino Xenix den Film «Teatro de guerra» von Lola Arias, mit anschliessendem Gespräch mit der Regisseurin.

Das gesamte Programm finden Sie hier. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Literaturhaus-Team