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Programm

Donnerstag 26. November 2020  

Zürcher Poetikvorlesungen II: Madame Nielsen

Die Romanschrift – der Satz als utopischer allesumgreifender Allerweltinnenraum, als körperliche Bewegung und Atemzug, als Zeitdelta und Stimmentanz, also: Musik. // Einführung: Daniel Müller-Nielaba.

Datum: Donnerstag 26. November 2020
Zeit: 20:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Zürich, Limmatquai 62, 8001 Zürich
Preis normal CHF 20.00
Preis ermässigt CHF 14.00
Preis Mitglieder CHF 12.00, für Studierende Eintritt frei

Autor/in:

Madame Nielsen ist vielleicht eine der eigenwilligsten Figuren der gegenwärtigen Literaturszene. Geboren als Claus Beck-Nielsen 1963 in Aalborg, Dänemark, inszenierte er 2003 seinen Tod als Schriftsteller, wechselte seinen Namen zu Helge Bille Nielsen und wirkt seit 2014, nach einer fast zweijährigen namenlosen Zeit, als Madame Nielsen. Das Spiel mit Identitäten und (Geschlechter-)Rollen ist Nielsen nicht nur Thema ihres künstlerischen Schaffens – sei es im Theater, in der Literatur, in der Musik oder Performance –, sie lebt es auch. Als lebende Figur verwandelt Madame Nielsen die Räume, die sie betritt: Die Welt wird zur Bühne und die Realität entpuppt sich als Spiel.

Wo in ihrem Erzählen das Verschwinden hinter einer Rolle die Theatralität des Alltags vorführt, ist der Schritt ab der Bühne politisch motiviert: Wer sich der Logik des Theaters entzieht, wehrt sich gegen das enge Korsett einer fremdbestimmten Identität, befreit sich von der immer gleichen Aufführung sozialer und geschlechtlicher Rollen und leistet so im weitesten Sinn Widerstand gegen politische Zwänge und körperliche Zuschreibungen. Doch das Verschwinden hat bei Madame Nielsen auch eine ganz existenzielle Komponente: Mit dem Verschwinden verbunden ist eine Angst und Sehnsucht zugleich, die den Anlass ihres Schreibens bildet. Hinter ihm verbirgt sich der Wunsch, diesem letzten, unwiederbringlichen Abgang mit und als Zeichen etwas entgegenzusetzen.

Für ihre künstlerische Arbeit, zu der neben Prosa auch Theaterstücke, Lieder und Performances zählen, wurde Nielsen in Dänemark und Deutschland vielfach mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet: 1998 mit dem Preis der Frankfurter Autorenstiftung, 2003 mit dem Reumert-Preis als Bester Dramatiker, 2005 mit dem dänischen Literaturpreis Kjeld-Abell, wiederholt mit einem Arbeitsstipendium des Statens Kunstfonds; ausserdem wurde sie mehrfach für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert.

Bücher in der Museumsgesellschaft:

In Kooperation mit dem Deutschen Seminar der Universität Zürich, mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur in Zürich (GfdSL) und der Schweizerischen Gesellschaft für skandinavische Studien (SGSS)

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