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Programm

Montag 2. Juni 2008  

Bora Cosic

Datum: Montag 2. Juni 2008
Zeit: 20.00 Uhr
15.00

Autor/in:

Der Autor liest aus seinem neuesten Buch «Die Vogelklasse» (Folio Verlag, 2008).

Als Bora Cosic im Jahr 2002 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhielt, hiess es in der Preisrede, Cosic verkörpere den Weg Serbiens zur europäischen Demokratie. Cosic, 1932 in Zagreb geboren und in Belgrad aufgewachsen, gilt als wichtige politische Stimme. 1992 verliess er Serbien aus Protest gegen das Milosevic-Regime und lebt seither in Rovinj (Kroatien) und Berlin.

In erster Linie ist Cosic' Stimme jedoch eine literarische bzw. eine Stimme, in der Literatur und Politik aufs Engste verknüpft sind. Er selbst bezeichnete sein Erzählen einmal als «Scherbensammeln». Die Scherben, die er aufliest, sind zweifellos auch die Scherben Jugoslawiens. In über 30 Prosa- und Essaybüchern hat er das Sinnlose, Groteske, Absurde und Tragische der Geschichte seines Landes nachgezeichnet - bis hin zum Schrecklichen der ethnischen Konflikte und Massenmorde. Doch Cosic, der seit seinen ersten Veröffentlichungen als Vertreter der Belgrader Avantgarde gilt, unternimmt dies auf literarisch so vielfältige und Weise, dass die Literatur letztlich weit über den jeweiligen historischen Kontext hinausweist. So finden wir uns in der sogenannten «Vogelklasse», der in seinem neusten Buch porträtierten Schulklasse, im Grunde alle wieder - ist doch jede/r von uns auf die eine oder andere Weise Teil einer Zwangsgemeinschaft, die uns zuweilen sinnlos erscheinen mag.

Eine öffentliche Veranstaltung im Rahmen des Workshops für Literaturkritiker/innen.

Bücher in der Museumsgesellschaft: